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Event-Badges und DSGVO: Zeigen Ihre Badges zu viele Daten?

Wer darf was sehen? Diese Frage stellt sich bei Event-Badges konkreter als in den meisten anderen Datenschutz-Kontexten, und die Antwort hängt öffentlich sichtbar am Revers jeder anwesenden Person. Welche Daten aufs Badge gehören — und warum das eine Prozessentscheidung ist, keine Designentscheidung — erklärt dieser Leitfaden.

Grafik: Informationen auf einem Event-Badge mit den damit zusammenhängenden Prozessen Registrierung, Datenübertragung, Druck und Check-in

Kurz und knapp: Wann sind Event-Badges DSGVO-konform?

DSGVO-konforme Event-Badges sind Namensschilder, deren sichtbare und digitale Daten auf einen klaren Veranstaltungszweck begrenzt wurden. Die Ausgabe, der Check-in, mögliche Scans, Zugriffsrechte, und die spätere Datenverwendung müssen ebenfalls datensparsam und transparent organisiert sein.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verlangt unter anderem Zweckbindung, Datenminimierung, Richtigkeit und Transparenz. Personenbezogene Daten sollen angemessen, relevant und auf das notwendige Maß beschränkt sein. Diese Grundsätze gelten auch für Event-Badges und die damit verbundenen Prozesse. (eur-lex.europa.eu)

Das Thema wird zudem bewusster wahrgenommen. Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit verzeichnete 2024 insgesamt 8.670 Beschwerden, nach 7.782 Beschwerden im Jahr 2023. Die Zahlen betreffen alle Themenbereiche, zeigen aber die wachsende Aufmerksamkeit für den Umgang mit personenbezogenen Daten. (Quelle: BfDI)

Welche Daten gehören auf ein Event-Badge?

Der einfachste Grundsatz lautet:

So wenig sichtbar wie möglich, so viel wie für Eventziel und Ablauf nötig.

In vielen B2B-Eventformaten reicht ein überschaubarer Datensatz:

  • Vorname und Nachname
  • Unternehmen, wenn es die Identifikation oder das Networking unterstützt

Was kann optional sichtbar sein?

Zusätzliche Angaben können hilfreich sein. Sie benötigen aber einen konkreten Zweck und sollten zur Sensibilität des Events passen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Abteilung oder Fachbereich
  • Funktion oder Jobtitel
  • Teilnehmerkategorie
  • Speaker-, Sponsor-, oder Ausstellerrolle
  • Networking-Interessen
  • Freiwillig angegebene Pronomen
  • Farbcodes für operative Gruppen

Ein Jobtitel kann bei einer Fachkonferenz Gespräche erleichtern. Bei einem Executive-Event kann dieselbe Angabe unerwünschte Aufmerksamkeit erzeugen. Der Kontext entscheidet.

Was sollte besser nicht offen sichtbar sein?

Ein Feld gehört nicht automatisch auf das Badge, nur weil Sie es bei der Registrierung erhoben haben. Besonders zurückhaltend sollten Sie mit folgenden Angaben umgehen:

  • Persönliche Kontaktdaten
  • VIP- oder Prioritätsstatus
  • Zahlungsstatus oder Ticketpreis
  • Gesundheits- und Ernährungsinformationen
  • Interne Kommentare
  • Detaillierte Zugangsrechte
  • Interne Vertriebssegmente
  • Geschützte oder besonders aussagekräftige Merkmale

Die Ernährungsangabe „glutenfrei“ hilft dem Catering. Sie muss dafür nicht auf einem Badge stehen, das am gesamten Veranstaltungsort ist.

Infografik: Badge mit Datenfeldern gruppiert in sichtbar, optional und nur im System

Name und Unternehmen sind typischerweise auf einem Badge sichtbar; daneben gibt es optionale Informationen je nach Eventtyp. Sensible Daten bleiben im System.

Die 4-Stufen-Logik für Badge-Daten

Wie entscheiden Sie, wo ein Feld hingehört? Ordnen Sie jedes Registrierungsfeld einer von vier Stufen zu.

1. Sichtbar auf dem Badge

Daten, die das Publikum oder Eventpersonal unmittelbar sehen muss:

  • Name
  • Ggf. Unternehmen

2. Optional sichtbar

Daten mit erkennbarem Nutzen, deren Sichtbarkeit vom Eventziel abhängt:

  • Funktion/ Eventrolle 
  • Abteilung
  • Freiwillige Networking-Hinweise
  • Teilnehmerkategorie
  • Farbcodes

3. Nur scanbar oder im System

Daten, die einen Prozess steuern, aber nicht für alle sichtbar sein müssen:

  • Zugangsrechte
  • Check-in-Status
  • Berechtigungen für Programmpunkte
  • Interne Ticketkategorie
  • Termin- oder Sitzungszuordnung

4. Gar nicht Badge-relevant

Daten ohne Funktion für Identifikation, Zugang, oder Check-in:

  • Zahlungsdetails
  • Interne Kommentare
  • Gesundheitsinformationen
  • Vollständige Kontaktdaten
  • Marketing- und Vertriebsnotizen

Praxisregel: Hilft ein Feld ausschließlich Ihrem Team bei einem internen Prozess, muss es typischerweise nicht offen auf dem Badge stehen.

[Quote]

Nutzen Sie eine einfache Feldliste mit den Spalten „sichtbar“, „optional“, „scanbar“ und „systemintern“. So erkennen Sie überflüssige Badge-Daten vor dem ersten Testdruck.

Infografik: Badge-Daten clever einordnen mit der 4-Stufen-Logik

DSGVO by Design: sichtbare und interne Daten trennen

Das Badge ist der sichtbare Endpunkt Ihrer Teilnehmerdaten. Die eigentlichen Entscheidungen fallen früher, nämlich bei der Eventregistrierung und Teilnehmerverwaltung.

Prüfen Sie deshalb jedes Feld anhand von drei Fragen:

  1. Warum erfassen Sie diese Information?
  2. Wer benötigt Zugriff darauf?
  3. Muss sie sichtbar sein, oder genügt eine geschützte Systemansicht?

Das Badge-Template sollte nie automatisch das Registrierungsformular spiegeln. Ein Anmeldeformular kann Angaben für Rechnungsstellung, Catering, Barrierefreiheit, Zugang, und Kommunikation enthalten. Auf dem Namensschild werden davon meist nur wenige Felder benötigt.

Auch Artikel 25 der DSGVO ist für diesen Ansatz relevant. Er verlangt Datenschutz durch Technikgestaltung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Die vollständigen Grundsätze und Pflichten finden Sie im Text der Datenschutz-Grundverordnung.

Weitere Grundlagen zur Verantwortlichkeit, Datenaufbewahrung, und Auswahl von Eventtechnologie behandelt EventMobis Leitfaden zum Datenschutz bei Veranstaltungen.

Infografik: Vom umfangreichen Registrierungsformular zu wenigen sichtbaren Badge-Feldern

Welche Badge-Ausgabe passt zu Ihrem Event?

Die Druckmethode beeinflusst Sichtbarkeit, Fehlerquote, Änderungsmöglichkeiten und Wartezeiten. Es gibt keine pauschal richtige Variante. Entscheidend sind Eventgröße, Änderungsrate, Sensibilität und Technikbedarf.

Vorabdruck

Vorab gedruckte Badges liefern ein planbares Erscheinungsbild und eine vertraute Ausgabe am Einlass. Sie passen zu geschlossenen Events mit stabiler Gästeliste, etwa einem Führungskräftetreffen mit 80 geladenen Personen.

Zu beachten:

  • Kurzfristige Änderungen bedeuten Neudruck oder handschriftliche Korrektur
  • Walk-ins und Ersatz-Badges brauchen einen eigenen Prozess
  • Manuelles Suchen bremst den Check-in, sobald mehrere Gruppen gleichzeitig ankommen
  • Offen ausliegende Badges machen die Teilnehmerliste für alle lesbar, das klassische Datenschutzproblem am Badge-Tisch

Badge-Druck vor Ort 

Beim Druck vor Ort entsteht das Badge erst, wenn die Person eincheckt. Änderungen fließen bis zum letzten Moment ein, Walk-ins und Ersatz-Badges lassen sich direkt bearbeiten. Weil nichts offen ausliegt, sehen Dritte auch keine fremden Namen und Firmen.

Zu beachten:

  • Getestete Drucker und ein Ersatzgerät sind Pflicht
  • Je nach System braucht die Station eine stabile Internetverbindung
  • Der Ablauf für eventuelle Korrekturen sollte stehen, bevor die erste Schlange entsteht

Print-at-Home

Teilnehmer*innen drucken das Badge selbst aus. Das senkt den Aufwand vor Ort, gibt aber Kontrolle ab. Für niedrigschwellige Formate reicht das aus, für einen hochwertigen B2B-Empfang eher weniger.

Zu beachten:

  • Papier- und Druckqualität schwanken stark
  • Vergessene oder beschädigte Badges erhöhen den Supportbedarf am Einlass
  • Veraltete Angaben landen ungeprüft auf dem Badge
  • Das Badge-PDF geht per E-Mail heraus, wird weitergeleitet, gespeichert und selten gelöscht

Der letzte Punkt wird oft übersehen: Sie verlagern die Kontrolle über personenbezogene Daten in fremde Postfächer. Löschfristen lassen sich dort nicht durchsetzen.

Digitales Badge

Ein digitales Badge lebt in der Event-App und lässt sich jederzeit aktualisieren. Druckmaterial entfällt, was auch auf Nachhaltigkeitsziele einzahlt. Ein sichtbares Badge am Revers ersetzt es allerdings nicht in jedem Format, gerade beim Networking.

Zu beachten:

  • Abhängigkeit von Smartphone, Akku und Netz
  • Sichtbarkeit auf kleinen Displays
  • Barrierefreiheit für Gäste ohne aktuelles Gerät
  • Ersatzprozess bei technischen Problemen
  • App-Berechtigungen und Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter klären

Was steckt im Badge? 

QR-Code

Ein QR-Code (Quick Response) verbindet das Badge mit Ihrem System und unterstützt Check-in, Zugangskontrolle, Anwesenheitserfassung oder Lead-Erfassung. Er sieht kryptisch aus, ist aber keine Verschlüsselung. Jedes Smartphone mit Kamera liest ihn in Sekunden aus, auch das der Person am Nachbartisch.

Was im Code steht, ist damit praktisch öffentlich. Entsprechend sparsam sollten Sie ihn befüllen:

  • Eine kontrollierte Datensatz-ID codieren statt lesbarer Profildaten
  • Nur Informationen verarbeiten, die der Zweck wirklich erfordert
  • Den Scan-Zweck vorab erklären, besonders am Ausstellerstand
  • Den Zugriff auf Scan-Daten auf die Rollen begrenzen, die ihn brauchen
  • Scanner und Berechtigungen vor dem Event testen

RFID und NFC

Ein RFID-Badge (Radio-Frequency Identification) enthält einen Funkchip, der Daten kontaktlos an Lesegeräte überträgt. In der Praxis unterscheiden sich zwei Varianten deutlich: NFC-Badges werden bewusst an ein Lesegerät gehalten, klassische UHF-RFID-Badges lassen sich auf mehrere Meter Entfernung erfassen.

Dieser Unterschied ist datenschutzrechtlich der wichtigste Punkt. Bei der zweiten Variante bemerkt die Person die Erfassung nicht, was Transparenz und Rechtsgrundlage anspruchsvoller macht.

Sinnvoll ist die Technologie bei komplexen Abläufen, etwa der Zugangssteuerung einzelner Programmpunkte oder der schnellen Lead-Erfassung am Stand. Zugleich entstehen deutlich mehr Datenpunkte über das Verhalten Ihrer Gäste.

Prüfen Sie deshalb:

  • Welche Interaktionen erfasst werden
  • Ob dabei Bewegungs- oder Nutzungsprofile entstehen
  • Wer die Daten erhält, insbesondere Aussteller und Sponsoren
  • Wie lange gespeichert wird
  • Welche Rechtsgrundlage gilt
  • Ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig ist

Kurze Orientierung

Für ein geschlossenes Event mit fester Gästeliste genügt der Vorabdruck. Sobald Walk-ins, kurzfristige Änderungen und Aussteller dazukommen, ist der Druck vor Ort mit QR-Code die robustere Wahl.

RFID lohnt sich erst bei mehrtägigen Kongressen mit Zugangssteuerung oder Weiterbildungsnachweisen. Dann sollte allerdings ein dokumentiertes Datenkonzept vorliegen, bevor der erste Chip bestellt wird.

Wie On-Demand-Badge-Druck Datenschutz und Check-in unterstützt

On-Demand-Druck kann eine datensparsame Badge-Ausgabe erleichtern. Badges werden erst beim Eintreffen erstellt, statt tagelang offen sortiert oder transportiert zu werden.

Eventpersonal am Check-in mit Onsite-Badge-Ducker gibt ein Badge an eine Teilnehmerin aus

Eine verbundene Lösung wie EventMobi mit BadgeON™ für Vor-Ort-Badge-Druck führt Registrierung, Check-in, Druck, und Anwesenheitsstatus in einem Ablauf zusammen. Variable Angaben werden bei Bedarf auf gebrandetes Badge-Material gedruckt. Dadurch können kleine Teams mit aktuellen Daten arbeiten und manuelle Exporte reduzieren.

Das ist besonders für Events mit 200 bis 2.000 Personen hilfreich, wenn mehrere Teilnehmergruppen, Walk-ins oder kurzfristige Änderungen zu erwarten sind. Mehrere Check-in-Stationen können außerdem den Andrang verteilen.

Planen Sie Ihre Badge-Daten bewusst

Ordnen Sie jedes Feld als sichtbar, optional, scanbar oder systemintern ein, bevor Sie das Badge-Template erstellen.

Empfehlungen nach Eventtyp

Fachkonferenz

Das Badge soll Identifikation und Networking erleichtern. In vielen Fällen genügt folgende Aufteilung:

  • Sichtbar: Vorname, Nachname, Unternehmen
  • Optional: Funktion, Speaker*innenrolle, Sponsor- oder Ausstellerkennzeichnung
  • Systemintern: Zugangsrechte, Ernährungsangaben, interne Ticketkategorie
  • Ausgabe: On-Demand oder ein kontrolliertes Hybridmodell

Messe

Hier stehen Zugang, Lead-Erfassung, und die Unterscheidung betrieblicher Gruppen im Vordergrund.

  • Sichtbar: Name, ggf. Unternehmen
  • Optional: Funktion, Aussteller- oder Besucherkategorie, QR-Code
  • Systemintern: Profildaten, Lead-Präferenzen, Zahlungsangaben
  • Ausgabe: QR-fähige Badges mit On-Demand-Druck für Korrekturen und Walk-ins

Internes Firmenevent

Mitarbeiter*innen kennen häufig bereits viele anwesende Personen. Das Badge sollte Orientierung geben, ohne unnötig Hierarchien offenzulegen.

  • Sichtbar: Vorname und Nachname, je nach Kultur nur Vorname
  • Optional: Team, Standort, freiwillige Pronomen
  • Systemintern: Personalinformationen, Führungskräftekommentare, Abwesenheitsgründe
  • Ausgabe: Vorabdruck

Sensibles B2B-, Executive-, oder reguliertes Event

Diskretion ist hier Teil des Veranstaltungserlebnisses. Öffentliche Teilnehmerlisten und auffällige Kategorien sollten vermieden werden.

  • Sichtbar: Name, ggf. Unternehmen
  • Optional: Neutrale Bezeichnung wie „Gast“
  • Systemintern: VIP-Status, Investorengruppe, Zugangspriorität, Terminplan
  • Ausgabe: Kontrollierter Check-in mit On-Demand-Druck

Schritt für Schritt zum datensparsamen Badge-Workflow

Infografik: Acht Schritte vom Registrierungsformular bis zur datensparsamen Badge-Nachbereitung

Schritt 1: Badge-Zweck Festlegen

Klären Sie zuerst, welche Aufgaben das Badge erfüllen soll:

  • Identifikation
  • Networking
  • Zugangskontrolle
  • Programmpunkt-Check-in
  • Lead-Erfassung
  • Anwesenheitsnachweis

Schritt 2: Sichtbare Minimaldaten bestimmen

Ordnen Sie jedes Feld der 4-Stufen-Logik zu. Für sichtbare Daten sollte es immer eine kurze, nachvollziehbare Begründung geben.

Schritt 3: Registrierungsformular abstimmen

Erheben Sie keine Daten vorsorglich. Entscheiden Sie bei benötigten Feldern frühzeitig, ob sie sichtbar, scanbar oder ausschließlich systemintern sind.

Schritt 4: Transparent informieren

Erklären Sie den Teilnehmer*innen verständlich:

  • Welche Angaben auf dem Badge erscheinen
  • Wofür QR-Code oder RFID genutzt werden
  • Ob Anwesenheit oder Programmpunkte erfasst werden
  • Wer Zugriff auf Scan- oder Lead-Daten erhält
  • Wie lange relevante Daten gespeichert werden

Die genaue Formulierung hängt vom Verarbeitungszweck und der Rechtsgrundlage ab. Holen Sie bei sensiblen oder umfangreichen Tracking-Prozessen fachlichen Rat ein.

Schritt 5: Template und Feldzuordnung erstellen

Übertragen Sie nur die ausgewählten Felder in das Badge-Template. Kontrollieren Sie Schriftgröße, Zeilenumbrüche, Rollenkennzeichnungen, und QR-Code-Platzierung.

Schritt 6: Testdruck und Testscan durchführen

Testen Sie mindestens:

  • Lange Vor- und Nachnamen
  • Umlaute und Akzente
  • Doppelnamen
  • Akademische Titel
  • Unterschiedliche Teilnehmerrollen
  • QR-Code-Lesbarkeit
  • Drucker- und Scannerverbindung
  • Rechte des Check-in-Personals

Praktische Gestaltungshinweise finden Sie in EventMobis Beitrag zum professionellen Event-Badge-Design.

Schritt 7: Korrekturen und Walk-ins planen

Legen Sie fest, wer Datensätze ändern darf. Dokumentieren Sie außerdem, wo Änderungen vorgenommen werden und wie Ersatz-Badges entstehen.

Eine verbundene Registrierung, Check-in-Lösung, und Badge-Ausgabe reduzieren doppelte Eingaben. Das senkt zugleich die Gefahr, dass ein korrigierter Datensatz nur in einer lokalen Liste existiert.

Schritt 8: Nachbereitung regeln

Prüfen Sie nach dem Event:

  • Welche Anwesenheitsdaten weiterhin benötigt werden
  • Wie lange Scan- und Lead-Daten gespeichert werden
  • Wie zurückgegebene Badges entsorgt werden
  • Wer übrig gebliebenes Material lagert
  • Welche Exporte und Arbeitslisten gelöscht werden
  • Welche Prozessfehler vor dem nächsten Event behoben werden

DSGVO-Checkliste für Event-Badges vor dem Druck

Gehen Sie vor dem Event folgende Fragen durch, um bestmöglichen Datenschutz auf Ihrer Veranstaltung zu gewährleisten:

  • Ist der Zweck des Badges klar definiert?
  • Sind nur notwendige Daten sichtbar?
  • Wurden optionale Felder bewusst geprüft?
  • Bleiben interne Hinweise und sensible Angaben im System?
  • Ist der Zweck von QR- oder RFID-Scans dokumentiert?
  • Werden Teilnehmer*innen transparent informiert?
  • Wurden lange Namen und Sonderzeichen getestet?
  • Gibt es einen Ablauf für Walk-ins und Ersatz-Badges?
  • Werden offen ausgelegte Badge-Stapel vermieden?
  • Sind Zugriffsrechte für das Eventpersonal festgelegt?
  • Wurde der Ablauf bei fehlerhaften Badge-Informationen und Korrekturen getestet?
  • Gibt es Regeln für Aufbewahrung, Löschung und Entsorgung?

Fazit: Gute Event-Badges zeigen nicht alles, nur das Richtige

Ein datenschutzfreundliches Badge entsteht nicht am Drucker, sondern im gesamten Prozess davor.

  • Der Badge-Prozess zählt mehr als das Design: Risiken entstehen meist in den Übergängen zwischen Registrierung, Druck und Check-in, nicht im Layout selbst
  • Weniger sichtbare Daten wirken oft professioneller: Name und Unternehmen reichen in vielen B2B-Formaten völlig aus
  • Die 4-Stufen-Logik schafft schnelle Klarheit: Sichtbar, optional, scanbar oder systemintern ist eine einfache Entscheidungsregel für jedes Feld
  • On-demand-Druck reduziert mehrere Risiken gleichzeitig: weniger offene Badge-Stapel, schnellere Korrekturen, weniger Verschnitt
  • Kleine Teams brauchen wiederholbare Abläufe, keine Legal-Abteilung: ein klarer Workflow von Zweckdefinition bis Nachbereitung reicht meist aus

Möchten Sie prüfen, welches Badge-Setup zu Ihrer nächsten Veranstaltung passt? Buchen Sie eine persönliche Demo und sehen Sie, wie EventMobi Registrierung, Check-in und Badge-Druck in einem datensparsamen Ablauf verbindet.

Planen Sie einen kontrollierten Badge-Check-in

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Häufig gestellte Fragen zu DSGVO-Event-Badges

Darf das Unternehmen auf dem Event-Badge stehen?

In vielen B2B-Formaten unterstützt die Unternehmensangabe Identifikation und Networking. Die Teilnehmer*innen sollten über die Sichtbarkeit informiert werden. Bei sensiblen Events kann die Angabe optional sein oder vollständig entfallen.

Darf die Funktion aufs Badge gedruckt werden?

Das hängt vom Eventziel und der Erwartung des Publikums ab. Bei Fachkonferenzen kann die Funktion Gespräche erleichtern. Bei internen oder sensiblen Veranstaltungen kann sie unnötig viel über Status oder Hierarchie verraten.

Brauche ich für QR-Codes immer eine Einwilligung?

Nein, eine Einwilligung ist nicht automatisch für jeden QR-Code erforderlich. Entscheidend sind Verarbeitungszweck, Datenumfang, Rechtsgrundlage und Transparenz. Stimmen Sie Tracking, Lead-Erfassung oder umfangreiche Profilbildung mit Ihrer Datenschutzberatung ab.

Ist für RFID-Badges immer eine Einwilligung erforderlich?

Auch hier gibt es keine pauschale Antwort. Ein einfacher Zugangsnachweis ist anders zu bewerten als die Erstellung detaillierter Bewegungsprofile. Je umfangreicher das Tracking, desto wichtiger sind eine dokumentierte Prüfung und transparente Information.

Welche Daten sollten nur im System stehen?

Typische Beispiele sind Zugangsrechte, Zahlungsstatus, Ernährungsangaben, VIP-Status, interne Notizen, und detaillierte Teilnehmersegmente. Das Personal sollte nur auf die Felder zugreifen können, die es für die jeweilige Aufgabe benötigt.

Sind Farbcodes auf Badges datenschutzrelevant?

Ja, denn Farben können Rollen, Status, oder Berechtigungen offenlegen. Verwenden Sie Farbcodes nur, wenn sie einen klaren betrieblichen Zweck erfüllen. Sensible oder missverständliche Kategorien sollten intern bleiben.

Sind vorab gedruckte Badges problematisch?

Sie können unnötig offenlegen, wer erwartet wird oder an einer Veranstaltung teilnimmt. Bewahren Sie vorgedruckte Badges daher hinter dem Check-in auf. Bei besonders diskreten Formaten bietet sich der Druck bei der Ankunft an.

Ist On-Demand-Druck automatisch DSGVO-konform?

Nein. Keine Druckmethode stellt automatisch DSGVO-Konformität her. On-Demand-Druck kann aber einen datensparsamen Prozess unterstützen, weil weniger personalisierte Badges offen lagern und Korrekturen vor dem Druck möglich sind.

Darf ein QR-Code Kontaktdaten direkt enthalten?

Technisch ist das möglich, häufig aber nicht nötig. Eine kontrollierte Kennung mit Zugriff auf ein geschütztes System begrenzt die unmittelbar auslesbaren Informationen. Prüfen Sie außerdem, wer den Code scannen darf.

Müssen Teilnehmer*innen vorab über Badge-Daten informiert werden?

Eine transparente Information ist grundsätzlich sinnvoll und kann Teil Ihrer Datenschutzhinweise oder Registrierungsinformationen sein. Nennen Sie sichtbare Angaben sowie relevante Scan-, Check-in-, und Lead-Prozesse möglichst verständlich.

Was passiert bei einem falsch gedruckten Namen?

Definieren Sie ein standardmäßiges Vorgehen bei fehlerhaften Badges und Korrekturen. Eine berechtigte Person aktualisiert den zentralen Datensatz und veranlasst den Neudruck. Vermeiden Sie handschriftliche Nebenlisten, wenn Änderungen direkt im eingesetzten System möglich sind.

Was sollte mit Badges nach dem Event geschehen?

Badge-Material und enthaltene Daten sollten Teil des Nachbereitungskonzepts sein. Prüfen Sie Rückgabe, sichere Entsorgung, Wiederverwendung unpersonalisierter Bestandteile, und Löschfristen für digitale Check-in-Daten.

Thorben Grosser

Thorben Grosser

Als studierter Event Manager und Marketer hat Thorben Grosser verschiedene kulturelle Non-Profit-Events geplant sowie bei internationalen Filmfestivals gearbeitet, einschließlich Edinburgh, Berlin und Venedig. Neben Positionen im Bereich Eventmanagement hat Thorben auch Erfahrungen als Social-Media-Manager. Während seiner Studienzeit in Schottland hat er als Assistent an dem Buch “Event Marketing” beim Verlag Wiley&Sons gearbeitet. Nach seinem Studienabschluss fing Thorben bei dem Event App Dienstleister EventMobi als Leiter des Europa-Büros an.